DAS FRÄNKISCHE WORT DES JAHRES

Schöner Junge Franken

Das fränkische Wort des Jahres 2023 – MEICHELA

 

Inzwischen schon eine kleine Tradition, wird seit 2015 jedes Jahr wieder das fränkische Wort des Jahres gekürt. Vorschlagen kann es jeder Franke und die “trockenen” Vorraussetzungen damit ein Wort in die engere Auswahl kommt, sind wie folgt definiert:
Das Wort muss unseren fränkischen Sprachschatz bereichern und das Gemeinte besonders treffend, originell oder präzise benennen.

Ihr seht, das lässt durchaus Spielraum für Interpretationen. So wundert es auch nicht, dass die Gewinner der letzten Jahre aus ganz unterschiedlichen
Bereichen des fränkischen Lebens stammen.

 

Die fränkischen Wörter des Jahres seit 2015 waren…Trommelwirbel:

2015 Wischkästla
Nicht Herrgottsmuggala, nicht Etzadla und nicht der Brunskatta. Wischkästla war das allererste fränkische Wort des Jahres. Beschreibt natürlich ganz einfach Euer Smartphone….wer kommt schon noch ohne aus.
2016 a weng weng
Wenn man es schnell ausspricht, könnte man fast einen chinesischen Begriff dahinter vermuten, aber nein, auf hochdeutsch bedeutet es “Ein bisschen wenig”. Der Franke an sich mosert ja gerne mal etwas und da ist diese klangvolle Herausstellung, dass es doch zu wenig ist, ein absoluter Klassiker.
2017 Urigeln
Beschreibt das Gefühl , wenn die kalten Hände oder Füße langsam auftauen und kribbeln. Ein Wort, dass es so im deutschen Sprachgebrauch sonst nicht gibt.
2018 Derschwitzen
Passend zu den immer heißer werdenden Sommern. Auch der Franke transpiriert hin und wieder.
2019 Sternlaschmeißer
Die bildliche Beschreibung der Wunderkerze. Beliebt bei jung und alt.
2020 Fregger
Ausdruck für einen frechen, aber durchaus sympathischen Franken (oder ein fränkisches Kind). Smart, schellmisch, bisweilen durchtrieben….aber dennoch liebenswert, ja so sind sie, die Franken.
2021 Erpfl
Anderes Wort für Kartoffel. Viel mehr kann man dazu nicht schreiben.
2022 Waafn
Waafn bedeutet schwatzen oder plaudern. Wer waaft, der tauscht sich in einem angenehmen, vertrauten Gespräch mit jemandem aus und er tut dies höchstwahrscheinlich im fränkischen Dialekt. Und geratscht wird in Franken schon immer.
2023 Meichela/ Meichel
Das aktuelle oberfränkische Wort des Jahres ist dann also “Meichela” geworden, eine in ganz Franken geläufige Bezeichung für das Kopftuch. Ursprünglich vom Namen Margaretha abgeleitet bedeutet es inzwischen meist einfach Mädchen. Oft auch mit erweiterter Bedeutung als “leichtes Mädchen” verwendet kann man diesen fränkischen Begriff vielleicht am ehesten mit dem bayerischen Wort “Dirndl” gleichsetzen. Demnach nicht unbedingt abwertend sondern eher in Richtung freches, lustiges Madla.

 

 

In der Regel wird das fränkische Wort des Jahres im Oktober/ November von einer hochkompetenten, mehrköpfigen Jury gekürt (etwa der Leiterin der Kulturservicestelle des Bezirks Oberfranken oder Sprachwissenschaftlern der Universität Erlangen, um nur einige zu nennen)

Ihr wollt Euren Sembft dazu gebn ->
Einsendungen sind möglich über das Internet, per Mail oder Postkarte und bei Veranstaltungen des Bezirks Oberfranken.
Sobald es wieder soweit ist, findet Ihr den Link hier bei uns auf der Seite. Als Frankenstyle unterstützen wir diese Tradition natürlich von Herzen!
Das ein oder andere Wort haben wir auch für unsere fränkischen Shirts und Hoodies adaptiert.

Vorschläge für das fränkische Wort des Jahres 2024 können auf der Homepage des Bezirks Oberfranken unter www.bezirk-oberfranken.de/owdj eingereicht oder per Mail an kulturservicestelle@bezirk-oberfranken.de geschickt werden. Im Spätsommer kürt eine Jury aus allen Einsendungen den Sieger.

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Fränkische Mützen
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Das Oberfränkische Wort des Jahres - ja so muss es ganz korrekt heißen

Seit 2015 wird das Oberfränkische Wort des Jahres gewählt. Ein Projekt, das sich in kurzer Zeit zum Selbstläufer entwickelt hat. Nach Wischkästla, a weng weng und urigeln in den Vorjahren wurde 2023 Meichela zum oberfränkischen Wort des Jahres gewählt. Die KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken in Bayreuth ist Teil der Jury. Es entscheiden also jede Menge Oberfranken mit geballter fränkischer Sprachkompetenz  und wenn es um den Dialekt geht hat dieser inzwischen durchaus eine moderne Komponente. Der Niedergang des fränkischen Dialekts zeichnet sich also noch lange nicht ab, ganz im Gegenteil. Aber was genau steckt denn hinter der Idee zu dem oberfränkischen Wort des Jahres.

Das fränkische Wort des Jahres wurde bereits zum achten Mal gewählt – wieso macht man immer weiter?

Die Wahl des fränkischen Wort des Jahres zeit einfach, dass der Dialekt lebt. Dass er nichts staubiges, antiquiertes ist. Ganz konkret geht es darum zu zeigen, dass der Dialekt Wörter hat, für die es keine hochdeutsche Entsprechung gibt bzw., dass das fränkische Dialektwort bisweilen sogar präziser als das Hochdeutsche sein kann, weil es eine ganz klare Emotion transportiert, ganze Bilder vor das Auge führt.

Oft sind es einfach Nuancen. Ganz stark war das beispielsweise beim zweiten fränkischen „Wort des Jahres“ a weng weng: Das deutet zwar schon an, dass es ein bisschen wenig war, aber ohne gleich einen böswilligen Kontext abgeben zu wollen.

 

Wie läuft die Wahl zum fränkischen Wort des Jahres denn genau ab?

Die gesamte Aktion läuft eigentlich jährlich von Januar bis Oktober. Es werden das ganze Jahr über Vorschläge gesammelt und dokumentiert. Auch gute Kandidaten aus den Vorjahren werden weiter berücksichtiget. Schließlich sind einige Wörter Dauerbrenner und werden sowieso jedes Jahr vorgeschlagen. Natürlich wird festgehalten wie häufig ein bestimmtes Wort genannt wurde. So ergibt sich inzwischen ein kleiner Fundus von mehreren hundert Wörtern. Ein absoluter Liebling ist natürlich das Wort fei. Vor der Wahl sucht sich jedes Jurymitglied aus der Liste jeweils fünf Vorschläge aus, die dann in einer Sitzung besprochen werden.

Die Jury besteht aus der Sprachwissenschaftlern von der Universität Erlangen und vielen weiteren fränkischen Native Speakern.

 

Der Sieger ist also nicht das am häufigsten vorgeschlagene Wort?

So ist es. Die Wörter sollten eine Botschaft transportieren, wie heuer waafn, das sicher auch schon länger in der Gesamtliste stand.

Das Marmeladenaamerla, das halt nur lustig im Dialekt ist, aber ohne Substanz fälltda zum Beispiel raus. Sozusagen der fränkische Oachkatzlschwoaf: Allseits beliebt und süß, aber ohne Historie.

War die Wahl zum fränkischen Wort des Jahres nur als einmalige Aktion gedacht?

Egal wie es angefangen hat, das Thema ist schnell sehr groß und in allen regionalen Medien präsent geworden. Es ist das bisher erfolgreichste Projekt des Bezirks Oberfranken. Eingeschlagen hat vor allem des erste „Fränkische Wort des Jahres“, das Wischkästla. Da war das Geheimnis auch wirklich das Wort selbst. Dass der Dialekt nicht nur alte Wörter hat, wie etwa das urigeln, sondern, dass der Dialekt wirklich lebt und Zukunft hat. Bei dem Wort urigeln gab es auch die größte fachliche Diskussion: Ob es als Verb gebraucht wird: „es urigelt“ – oder substantivisch: „ich habe Urigeln“. Die Bedeutung ist klar. Es ist das spezielle Kribbeln in den Fingern oder Zehen, wenn man in die Wärme kommt. Das ist auch wieder ein typisches Beispiel für die Idee hinter unserem oberfränkischen „Wort des Jahres“: es gibt dafür kein hochdeutsches Pendant. Die Aktion soll auch einfach Lust machen auf fränkischen Dialekt.

Wie kam es überhaupt zu der Idee ein fränkisches Wort zu wählen?

Die Idee entstand als eine Moderatorin des fränkischen Radios Vertreter des Bezirks Oberfranken – bei der Pressekonferenz zu den Mundart-Theatertagen – nach Ihren liebsten fränkischen Wörtern gefragt hatte. Aus dieser Frage heraus ist irgendwie die Suche nach dem „Wort des Jahres“ entstanden. Weil das Interesse vom Start weg so groß war, wurde eine jährliche Aktion daraus.

Dialekt hat also durchaus eine moderne Komponente und kann die Menschen begeistern?

Natürlich, Dialekt ist etwas lebendiges. Dazu kommen moderne Einflüsse aus Film & Theater. Oder auch junge Mundart-Bands, die den Nachwuchs begeistern. Man sieht es auch an der wachsenden Zahl an fränkischen Modelabels, wie Frankenstyle, die coole fränkische Statement Klamotten an den Mann & die Frau bringen.

Kann oder sollte man fränkischen Dialekt in der Schule erlernen?

Dialekt sollte natürlich nicht vorgeschrieben werden. Im Sprachgebrauch soll und muss jeder Mensch frei sein. Auch haben wir keinen Einblick in fränkische Lehrpläne aber es ist dennoch zu begrüßen, dass der Dialekt wieder zum Thema wird. Der, vielleicht, beste Ansatz wäre es den Dialekt als eine Art Brauchtum zu behandeln. Ein Brauch oder Tradition wird ja gehegt und gepflegt und hilft damit das fränkische lebendig zu halten.

Der fränkische Dialekt ist also kein Auslaufmodell?

Auf keinen Fall! Er wird sich wandeln, wie er sich schon immer gewandelt hat. Dass wir uns eines Tages zu einem kollektiven Hochdeutsch hin entwickeln, sollte zuminest im Moment ausgeschlossen sein. Dazu haben wir noch zu viele „Native Speaker“. Künstlich am Leben halten, ja das geht wahrscheinlich auch nur eine kurze Zeit gut. Es entsteht Neues und Altes geht. Und so ist es auch mit der fränkischen Sprache. Man braucht Leute, die es leben. Mit Leidenschaft, die es mit Neuem vermischen. Wie die Mundart-Theater oder fränkische Bands. Das sind Institutionen die den Dialekt weitertragen.

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